UPDATE : „Corona“ Panik an den Börsen – endlich !

UPDATE : „Corona“ Panik an den Börsen – endlich !

Februar 28, 2020 0 Von TurtleTom

Anlässlich der wieder an einem Freitag stark einbrechenden Aktienkurse gebe ich noch ein Update meiner Einschätzung der Entwicklung :

UPDATE 06. März 2020 :

Es ist wieder mal Freitag und die Aktienkurse brechen schon wieder ein, weil offenbar niemand über das Wochenende auf dem falschen Fuß erwischt werden möchte. Es ist schlicht und einfach die Angst vor dem Ungewissen, und nichts hassen Börsianer mehr als das Ungewisse.
Also nicht wundern, wenn die Aktienkurse am Montag und Dienstag wieder „wie von Geisterhand“ nach oben schießen…….

An meiner Einschätzung der Lage hat sich nichts geändert, wir sehen aktuell nichts weiter als ein kräftiges Ausschütteln der schwachen Hände aus dem Markt. Alle die jetzt aus dem Markt gekegelt werden, dürften das schon bald bereuen, aber so ist der Markt nun mal. Solche heftigen Korrekturen sind in einem Bullenmarkt etwas völlig normales und gehören einfach dazu, wie das Salz in der Suppe.

Sicher, die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus sind nicht von Pappe und dürften auch – kurzfristig (!) – die Unternehmensgewinne belasten, sie haben aber nicht das Potenzial, die gesamte Weltwirtschaft zum Stillstand zu bringen. Wer längerfristig denkt, und das sollte man als Aktionär eigentlich immer, dem sind Korrekturen wie die jetzige sogar sehr willkommen, kann man doch so seine besten Aktien noch weiter aufstocken.

Daß daraus ein richtiger Bärenmarkt, also mit Kursen deutlich über 25% vom letzten Hoch entfernt, erwächst halte ich für sehr unwahrscheinlich.
Ausschließen möchte ich es aber auch nicht, und wenn es doch passiert, dann sitzen wir langfristige Investoren auch das locker aus, ein Bärenmarkt ist in der Regel nach ein paar Monaten vorbei.

Denken wir noch einmal kurz nach, jedem Verkauf einer Aktie muß zwangsläufig ein Käufer gegenüber stehen, sonst kommt ja kein Umsatz an der Börse zu Stande. Und in so einer panischen Reaktion am Aktienmarkt, wo blind, möchte man fast sagen, einfach alles auf den Markt geworfen wird, sowohl „gute“ wie auch „miserable“ Aktien, ja wer hat denn die Nerven genau dann zuzuschlagen ? Wer kauft also all die Aktien zu den aktuellen Schnäppchenpreisen ? Richtig, die „Starken Hände“, die Hartgesottenen, würde Kostolany jetzt sagen, halten unten die Hände auf und freuen sich über ihre Schnäppchen. Food for thought !

+++++++++++++++++++UPDATE ENDE ++++++++++++++++++++++++++++++++

Die Angst vor den wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona Virus ist an den Märkten förmlich zu greifen und führt zu einem Ausverkauf von Aktien. Dabei werden auch die qualitativ guten Aktien nicht verschont.

Die Investoren fliehen ins Bargeld und die vermeintlich „sicheren Häfen“ der Staatsanleihen, die selbst allerdings schon extrem überbewertet sind, das kann auf Dauer nicht gutgehen. Wer negativ rentierliche Anleihen kauft, der spekuliert selbst auf noch höhere Anleihenkurse, was sicherlich böse enden wird, wenn die Anleihenblase platzt, und das wird sie irgendwann.
Auch der angeblich sichere Hafen Gold profitiert kaum mehr von der Panik, das sollte zu denken geben.

Wie immer gilt es in solchen Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht in Panik zu verfallen. Die Vergangenheit zeigt, daß Panik
noch nie ein guter Ratgeber an der Börse war. Wer glaubt, daß „diesmal alles anders ist“, wird wieder einmal enttäuscht werden.
Bei allen Krisen die durch ein Virus oder ähnliches ausgelöst werden, stehen die Kurse am Ende wieder höher als zuvor, und auch diesmal
wird es nicht anders sein.

Für Börsen Neulinge ist die aktuelle Panik an den Märkten ein Geschenk des Himmels, können sie doch beherzt zugreifen und sich die besten Stücke vom Kuchen zu einem günstigen Preis reservieren. So ein Geschenk bekommt man nicht alle Tage.

Noch nie in der Geschichte ist eine Börsenhausse durch ein Virus beendet worden, weder bei SARS, MERS, der Vogelgrippe, der Schweinegrippe
und die Liste ließe sich noch fortsetzen. Eine Hausse stirbt immer entweder durch die Überwindung der Mauer der Angst ( Wall of worry ), was schließlich in einer Euphorie endet, oder aber durch einen extremen exogenen Schock, wie zum Beispiel einen Weltkrieg. Beides ist momentan nicht der Fall und auch nicht abzusehen.

Im Grunde genommen wurde angesichts der sicherlich guten Bewertungen an den Börsen ein Grund gesucht und gefunden, hier einmal
„etwas Geld vom Tisch zu nehmen“ und Gewinne einzustreichen. Wir befinden uns in einer ganz normalen technischen Korrektur an den Märkten, allerdings durchaus mit panischen Zügen, denn die Geschwindigkeit der Korrektur läßt eindeutig auf Panik schließen.
Und das ist auch gut so, denn die Alternative wäre ein langer, zermürbender „Salami“-Crash, der über einen langen Zeitraum an den Nerven zerrt. So gesehen ist diese Korrektur zwar durchaus schmerzhaft, aber eben auch sehr gesund für den Markt.

Momentan werden, wie in einem Bullenmarkt üblich, alle „schwachen Hände“ aus dem Markt geschüttelt. Sobald die „zittrigen Hände“ ihre Papiere abgestoßen haben, dreht der Markt und steigt auf neue Höhen, wo dann die ewig Zittrigen wieder einsteigen und das Spiel beginnt von Neuem. Das war schon immer so und ist das grundlegende Muster an der Börse. Wer das einmal erkannt und durchblickt hat, sieht dem ganzen Treiben wesentlich gelassener zu.

Meine wikifolios bleiben voll investiert, denn bis auf weiteres gibt es keine vernünftige Alternative zu Aktien und so lange das so bleibt, gibt es keinen
vernünftigen Grund, sich von Aktien zu trennen. Langfristig gesehen spielen Marktkorrekturen wie die jetzige sowieso keine große Rolle, wie 
zahlreiche Untersuchungen immer wieder gezeigt haben.

Das wikifolio selbst musste zwar ordentlich Federn lassen, jedoch waren die Kursanstiege zuvor auch sehr ungewöhnlich, so daß wir jetzt
wieder in den normalen Bereich einer langfristigen durchschnittlichen Performance von 8-10% per annum gelangen.

Wer glaubt, daß mit Aktien auf Dauer jährlich Renditen von über 25% per annum zu erzielen sind, und das dauerhaft über viele Jahre, ist entweder
ein Träumer oder muß schon die Qualitäten eines Warren Buffett mitbringen.

Übrigens verkauft Warren Buffett in solchen Phasen selbstverständlich keine einzige Aktie, sondern lauert im Gegenteil auf günstige
Einstiegsgelegenheiten. Food for thought !