Mit Aktien in den Ruhestand und dann – Tschüß Rentenlücke !

Mit Aktien in den Ruhestand und dann – Tschüß Rentenlücke !

September 26, 2019 0 Von TurtleTom

Wer träumt nicht von einem sorgenfreien Ruhestand ?
Ja, ich weiß, alle Wünsche werden klein, gegen den gesund zu sein.
Nun schließt das eine das andere ja nicht aus und ich wünsche jedem gesund und fit zu sein bis ins hohe Alter. Da dies hier keine Fit-for-fun Seite ist – davon gibts reichlich genug im Netz – sondern ein kleiner Ratgeber für die finanziellen Aspekte des Lebens sein soll, möchte ich Dir hier ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie Du finanziell ohne Sorgen dem Ruhestand entgegenblicken kannst. Und das völlig tiefenentspannt mit Aktien erreichen kannst.

Warum ausgerechnet Aktien ?

Nun, es wird Dir sicher nicht entgangen sein, daß es auf Erspartes keine Zinsen mehr gibt, das ist die schlechte Nachricht Nummer 1. Doch leider habe ich zusätzlich eine noch schlechtere Nachricht gleich zu Beginn, das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben !
Eine kurze Begründung dazu – in der Kürze liegt bekanntlich die Würze – gebe ich gleich mit. Der Zins ist der Preis des Geldes, jeder Preis wird am Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt, wenn wie im Fall des Geldes ein hohes Angebot auf eine niedrige Nachfrage trifft, dann sinkt der Preis. In diesem Fall ist das der Zins. Da die Geldvermögen weltweit immer höher steigen ( = Angebot ), fällt der Preis für das Geld, die Zinsen, tendenziell immer weiter. Die Notenbanken haben daran keine Schuld, es wird schlicht und einfach zu viel gespart. Jeder, der Dir etwas anderes glauben machen will, hat das (noch) nicht verstanden.
Schau mal nach Japan, die Japaner sparen wie verrückt, ergo liegen die Zinsen in Japan jetzt seit schon gut 20 Jahren(!) bei Null, und das wird sich auch so schnell nicht ändern.
Wir können also davon ausgehen, daß die Zinsen weltweit auf absehbare Zeit nicht mehr nennenswert steigen werden.
Wenn wir also noch eine Rendite auf unser Erspartes bekommen wollen, und das müssen wir, denn sonst frisst uns die beständige Geldentwertung durch die zwar kleine aber vorhandene Inflation auch noch das weg, müssen wir uns nach verlässlichen Alternativen umschauen. Gold zahlt keine Zinsen, Immobilien sind schon extrem teuer und nicht schnell veräußerbar und zahlreichen anderen Risiken ausgesetzt, Diamanten sind was für Exoten, Oldtimer zahlen keine Dividenden und kosten Pflegeaufwand, antike Kunst ist nicht jedermanns Sache, und Whisky sammeln benötigt viel Platz und birgt Gefahren für die Gesundheit.
Ergo : Aktien sind hier erste Wahl

Aktien-Dividenden sind die „neuen Zinsen“

Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen und damit bist Du als Aktionär auch am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Das Unternehmen schüttet einen Teil seines Gewinns, den Teil, den es nicht für Investitionen benötigt, an seine Eigentümer, also die Aktionäre aus in Form einer Dividende.
( In Unternehmen, die keine Gewinne erwirtschaften, investiert der smarte Investor nicht, das überlassen wir mal den sogenannten Spekulanten, und Du weißt ja spätestens aus der Allianz Werbung mit Mario Adorf : „Mit Geld spielt man nicht !“ )

Kaufe Aktien, die nachweislich über einen sehr langen Zeitraum eine Dividende bezahlt haben.

Die Höhe der Dividende spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, wie ich Dir später beweisen werden ( als Mathematiker bin ich es gewohnt, Aussagen auch zu beweisen, liegt wohl in meiner DNA 😉 ).

Der naive Investor wählt Aktien, die eine möglichst hohe Dividende ausschütten, am besten so um die 5-10% gemessen am Aktienkurs, sprich Dividendenrendite. Doch das ist ein gefährliches Vorhaben, denn es gibt gar nicht so wenige und durchaus sehr bekannte Unternehmen, die ihre Dividende plötzlich nicht mehr bezahlen können und senken oder gar auch mal gleich ganz ausfallen lassen, und dann stehst Du ganz schön blöd da.
Zwei prominente Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit unterstreichen die Dummheit, nur auf die Dividendenrendite zu schielen.
Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat seine üppige Dividende um 40% gekürzt und der prominente Internetanbieter 1&1 hat sie gleich um 95% zusammengestrichen, alles dieses Jahr passiert !

Kaufe Aktien, die über einen sehr langen Zeitraum ihre Dividende regelmäßig erhöhen.

Als langen Zeitraum bezeichne ich eine Periode von mindestens 10 – 15 Jahren. Wenn ein Unternehmen – und solche gibt es tatsächlich – über einen Zeitraum von 15, 20 oder gar 40 Jahren, jedes Jahr seine Dividende erhöht, dann können wir mit sehr großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß es dem Unternehmen erstens sehr gut geht und es zweitens seine Finanzen im Griff hat. Die Firma 3M erhöht zum Beispiel bereits seit 61 Jahren ihre Dividende Jahr für Jahr !

Der smarte Investor wählt für seine Investments nur solche Unternehmen, die über einen sehr langen Zeitraum ihre Dividende regelmäßig erhöhen.

Dabei ist es nicht so wichtig, wie hoch die anfängliche Dividendenrendite ist, sondern es kommt auf die jährliche Steigerung der Dividende an.

Drei Beispiele dazu, und Du wirst gleich ganz schön staunen :

Zur Veranschaulichung habe ich drei prominente Vertreter ausgewählt, die Du sicher kennst, oder zumindest schon mal gehört hast :
BASF , Texas Instruments und VISA.

Nachfolgend findest Du drei Zeitreihen über einen Zeitraum von 15 Jahren ( auch mit 50 ist es noch nicht zu spät, um mit dem Investieren in Aktien zu beginnen ), um die Macht der steigenden Dividenden zu demonstrieren.

Die BASF ist ein zuverlässiger Dividendenzahler und steigert seit 10 Jahren die Dividende um die 3%, die Dividendenrendite beträgt zur Zeit gut 5%.
Texas Instruments steigert seit 15 Jahren die Dividende um die 22%, die Dividendenrendite liegt momentan bei nur 2,3%, also nur halb so hoch wie bei BASF.
VISA steigert seit 10 Jahren ihre Dividende um die 25%, die Dividendenrendite liegt aber bei zur Zeit nur 0,5%, also nur ein zehntel dessen, was BASF bietet.

Die folgende Berechnung für die nächsten 15 Jahre werden Dir die Socken ausziehen und den Beweis dafür liefern, warum eine hohe Dividendenrendite doch vielleicht gar nicht so gut ist, wie die Höhe der Dividendensteigerung, und damit liefere ich Dir den versprochenen Beweis, daß nicht die Höhe der Dividendenrendite entscheidend ist, sondern die Höhe der regelmäßigen Steigerung der Dividende :

Während Du mit der BASF nach 15 Jahren eine Rendite von gut 7,5% auf dein eingesetztes Kapital bekommst, liegt sie bei VISA bei 12,5% und bei Texas Instruments bei sagenhaften gut 38% pro Jahr. Obwohl BASF eine viel höhere Dividendenrendite bietet, als die beiden anderen Firmen aufweisen, liegen sie am Ende deutlich vor der BASF, was die Rendite auf dein eingesetztes Kapital angeht. Und das ist letztlich das Entscheidende. Sogar die VISA, die anfänglich nur auf eine bescheidene Dividendenrendite von mageren 0,5% kommt, liefert nach 15 Jahren gute 50% mehr Rendite ab als BASF. Also schau nicht auf die anfängliche Dividendenrendite, sondern auf die Kontinuität und Höhe der Dividendensteigerung !

Die Berechnungen der Rendite beziehen sich dabei immer nur auf Dein ursprünglich eingesetztes Kapital, berücksichtigen also keine Veränderungen im Aktienkurs, sind damit also ein realistischer Vergleich zum Kauf von Staatsanleihen, die ja so gut wie keine Zinsen mehr bringen.

Die Entwicklung der Aktienkurse kann Dir damit also ziemlich egal sein, solange das Unternehmen seine Dividende ausschüttet. Eine Rendite von 12,5% bei VISA oder traumhaften 38% bei Texas Instruments sind zwar wirklich fantastisch, aber ich wäre kein Mathematiker, wenn ich das nicht noch auf die Spitze treiben könnte, so daß Dir gleich die Socken wegfliegen.

Wenn Du die Dividenden, die Du regelmäßig bekommst, nicht einfach verfrühstückst, sondern wieder re-investierst, kannst Du Dir die stärkste Macht im Universum (Albert Einstein !), den Zinseszins zu nutze machen.

Im folgenden findest Du die gleichen Zeitreihen wie im obigen Beispiel, der Übersichtlichkeit halber nur für Texas Instruments, aber diesmal habe ich die anfallenden Dividenden wieder in die Aktien re-investiert. Du kaufst also nicht irgendwelchen Schnickschnack von den Dividenden, sondern steckst sie gleich wieder in neue Aktien, die Du damit erwirbst, und ich kann Dir sagen : Hier fliegt die Kuh !

Nehmen wir an Du kaufst 50 Aktien von Texas Instr. (Kurs heute 117€/Stück) und behältst die Aktien 15 Jahre.

Wenn Du die Dividenden verfutterst, hast Du am Ende 15.511 Euros bei konstantem Aktienkurs.

Wenn Du die Dividenden aber wieder re-investierst, hast Du am Ende 26.707 Euros ! Ein ganz schön großer Unterschied.

Und es wird noch besser, wenn wir eine jährliche Steigerung von durchschnittlich 8% beim Aktienkurs annehmen, was durchaus realistisch ist. Dann sieht die Schlußrechnung so aus, und ich kann Dir sagen, hier wird die fliegende Kuh zum Monster :

Ohne Re-investition der Dividenden in die Aktien stehen am Ende 17.183 Euros da, hier macht sich die Kurssteigerung schon gut bemerkbar. Du hast am Ende immer noch 50 Aktien von Texas Instr. und die Dividenden nicht re-investiert.

Und jetzt kommt der Clou, die realistische Kurssteigerung von 8% in Verbindung mit der Re-Investition der Dividenden in die Aktie lässt Dein Vermögen auf stolze 36.231 Euro explodieren, denn Du hast am Ende 105 Aktien im Depot, mehr als doppelt so viele wie am Anfang !

Die 36.231 Euros sind gute 200% mehr an performance, ausgelöst durch das regelmäßige Wiederinvestieren in die Aktie !

Noch Fragen, Kienzle ?

Ja Hauser, wie kann das sein, daß der Unterschied so groß ist ?

Die Antwort lieferte uns Albert Einstein und sein Zinseszins Effekt, denn wir erhöhen mit der Re-Investition der Dividenden in die Aktien die Anzahl der Aktien exponentiell und das sorgt für das Anwerfen dieser gigantischen Performance Steigerung, in dem wir die stärkste Macht des Universums eingesetzt haben und für uns arbeiten lassen.

Ist vielleicht schwer zu verstehen, aber Tatsache ! Denn für die neu gekauften Aktien bekommen wir ja auch Dividenden, von der wir dann wieder neue Aktien kaufen, die auch wieder Dividende bringen, von der wir dann wieder neue Aktien kaufen, die auch wieder Dividende ….usw.

Das schöne an amerikanischen Aktien wie Texas Instruments ist, daß sie alle 3 Monate Dividenden ausschütten, wir also viermal im Jahr auf Shopping Tour gehen und neue Aktien dazu kaufen können. Perfekt !

Und da wir ja nicht nur eine Aktie in unserem gut diversifizierten Depot haben, sondern mindestens 20-25, geraten wir in ganz schönen „Shopping Stress“, aber der positiven Art.

Fazit :

Wenn Du Dir die Rente aufbessern möchtest, geht an Aktien kein Weg vorbei. Alles was Du brauchst, ist etwas Geld zum Investieren, die richtigen Aktien, Geduld und vor allem die Disziplin, die Dividenden nicht zu verballern, sondern zu re-investieren. Und je mehr Zeit Du hast, desto größer wird Dein späteres Ruhepolster sein, da der angesprochene Effekt mehr Zeit zum Wirken hat.
Aber auch mit 50 oder 55 hast Du noch genug Zeit. Nutze sie !

Übrigens, genau so mache ich es auch mit meinen wikifolios !

Viel Erfolg beim Investieren ! 🙂